Bodenarbeit – stets eine willkommene Abwechslung für Pferd und Reiter
Ursprünglich diente die Bodenarbeit dazu, junge Pferde auf das Reiten vorzubereiten. Mit der Zeit entdeckte man aber auch, welchen Wert diese Arbeit für bereits ausgebildete Pferde hat.
Die
Bodenarbeit umfasst folgende Bereiche: Handarbeit, Langer Zügel, Zirkuslektionen, Aufmerksamkeitsübungen und Gewöhnungsarbeiten.Die Bodenarbeit ist eine wunderbare Möglichkeit, die Beziehung zwischen Mensch und Pferd auf- bzw. auszubauen. Gleichzeitig kann die Bodenarbeit die Kommunikation zwischen Pferd und Mensch verbessern, denn während der Mensch vornehmlich über die Sprache kommuniziert und Körperhaltungen in der Regel eher unbewusst wahrgenommen werden, beobachten Pferde hingegen ganz genau. Sie spüren, ob der Mensch Angst hat, unsicher oder eher gelassen ist. Der Ausbilder wird sich seiner eigenen Körpersprache somit immer mehr bewusst. Durch die Bodenarbeit lernt das Pferd, mehr auf die Körpersprache seines Ausbilders zu achten. Aus diesem Grund ist es wichtig, Signale per Körpersprache auszusenden, die das Pferd versteht. Wie bei allen Übungen mit dem Pferd ist es auch bei der Bodenarbeit wichtig, das Pferd ausreichend zu loben und damit zu motivieren. Schließlich lernen wir auch lieber, wenn wir Bestätigung dafür bekommen.
Saskia Gunzer, Expertin auf dem Gebiet Langer Zügel, lehrt seit vielen Jahren die Bodenarbeit und sagt: „Der natürliche Zugang zum Pferd verbessert sich enorm und die Pferde sind deutlich motivierter. Dieser positive Effekt macht sich auch beim Reiten bemerkbar. Die Arbeitseinstellung ist einfach positiver.“
Überdies kann die Bodenarbeit auch zur Sicherheit von Pferd und Reiter beitragen: Ist das Pferd schreckhaft, kann es spielerisch an Hindernisse gewöhnt werden und beim Ritt im freien Gelände stellen dann Wasserpfützen oder raschelndes Papier keine unüberwindlichen Hindernisse mehr dar.
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