
Das Westernreiten hat seinen eigentlichen Ursprung in der Reitweise der Vaqueros, der spanischen Rinderhirten. Im Zuge der Kolonialisierung gelangte diese Reitweise nach Amerika, wo sie von den Cowboys für ihre Bedürfnisse weiterentwickelt wurde. Diese Ursprünge in der alltäglichen Arbeit auf Farmen und mit Viehherden zeigen sich unter anderem in verschiedenen Disziplinen des Westernreitens.
Nach Deutschland gelangte das Westernreiten in den 70er Jahren zunächst durch Einfuhr einzelner Westernpferde. Seit 1978 gibt es einen bundesweiten Verband für Westernreiter, seit den 90er Jahren ist die Reitweise offiziell anerkannt.
Westernreiten kann als Leistungssport betrieben werden, eignet sich aber auch und gerade
für Freizeitreiter, die entspannte Geländeritte mit ihrem Pferd genießen wollen. Ein Reitanfänger benötigt keine besondere Ausrüstung – ein Helm, eine Jeans sowie feste Schuhe reichen zunächst aus. Da das Westernreiten in Deutschland zur Zeit noch weniger verbreitet ist als die englische Reitweise, kann es allerdings schwierig sein, einen Reitstall oder Trainer in der Nähe zu finden.
Es gibt Pferderassen, die für das Westernreiten besonders geeignet sind und extra dafür gezüchtet werden. Zu den bekanntesten zählen die Quarter Horses, Paint Horses und Appaloosas. Es lassen sich prinzipiell aber auch alle anderen Pony- oder Pferderassen zu „Westernpferden“ ausbilden.
Wettkämpfe werden in den verschiedenen Disziplinen des Westernreitens ausgetragen. Am häufigsten werden Wettkämpfe im Reining abgehalten, bei dem der Reiter mit seinem Pferd eine bestimmte Abfolge von Aufgaben (pattern) reiten muss. Zu den Elementen dieser Patterns gehören unter anderem schnelle Drehungen auf der Hinterhand (spins), Rückwärtsrichten (back ups), fliegende Galoppwechsel und spektakuläre Stopps aus vollem Galopp, bei denen das Pferd fast auf der Hinterhand sitzt, die so genannten „sliding stops“. Beurteilt wird die exakte Ausführung des Patterns.
Eine weitere Tunierdisziplin ist der Trail, wobei Aufgaben nachgestellt werden, die im Gelände vorkommen können, wie das Öffnen eines Gatters vom Pferderücken aus oder das Überqueren einer Brücke. Hierbei kommt es darauf an, einen Parcours möglichst fehlerfrei zu bewältigen, wobei auch das Verhalten des Pferdes bei Hindernissen in die Wertung einfließt.
Es gibt auch Wettbewerbe in Disziplinen, in denen die Arbeit mit Rindern nachgestellt wird, wobei Rinder beispielsweise von einer größeren Gruppe separiert oder in eine bestimmte Richtung getrieben werden.