Mit der Hippotherapie den Bewegungsapparat heilenHippotherapie wird oftmals als Ergänzung zur Physiotherapie angewandt. Bei der Hippotherapie steht das Pferd im Vordergrund, mit dem hier therapiert wird. Somit kann die Hippotherapie als eine Art des therapeutischen Reitens angesehen werden. Nicht jedes Pferd kann für diese Aufgabe hinzugezogen werden. Die Tiere benötigen im Vorfeld eine spezielle Ausbildung. Auch das Temperament, bzw. die rassespezifischen Eigenheiten sind ausschlaggebend.
Hippotherapie: Krankengymnastik auf neurophysiologischer Basis
Die Hippotherapie soll auf neurophysiologischer Basis behandlungsbedürftigen Personen helfen. Neurophysiologie beschäftigt sich mit der Funktionsweise der Nerven und ist ein Teilgebiet der Physiologie. Bewegungsimpulse des Pferdes sollen auf das Becken des Menschen übertragen werden. Hierbei bewegt sich das Pferd im Schritt, also einer langsamen Gangart. Der Körper der behandelten Person muss sich auf die Bewegungen des Pferdes einpendeln. Dies wird als heilender Effekt genutzt. Bei dieser Therapie können alle Bewegungsachsen des menschlichen Körpers mit einbezogen werden. Somit werden gezielt spezielle Probleme des Bewegungsapparates therapiert. Besonders geeignet ist die Hippotherapie für Erwachsene und Kinder mit Verkrümmungen des Rückens, zur Stabilisierung der Muskulatur oder auch für halbseitig gelähmte Menschen, die ein neues Gefühl für die Körpermitte entwickeln müssen. Auch für eine Verbesserung der Körperspannung oder zur Lösung verkrampfter Muskelgruppen ist die Hippotherapie gut geeignet. Weiterhin fördert sie das Balancegefühl und ist somit auch bei körperlichen Wahrnehmungsstörungen hilfreich. Die Hippotherapie kann vom Physiotherapeuten durch eine Zusatzqualifikation ausgeübt werden. Physiotherapeutisches Grundwissen ist für die Hippotherapie wichtig, um gezielt und vor allem effektiv auf die Probleme der betroffenen Personen einzugehen. Der Vorteil der Hippotherapie liegt vor allem auch für Kinder darin, dass mit einem lebenden Medium gearbeitet wird. Dies fördert wiederum die Freude am Training, was ebenfalls Auswirkungen auf den Behandlungserfolg hat. Ohne Sattel wird die Wärme des Pferdekörpers intensiv auf- und wahrgenommen. Die rhythmischen Bewegungen des Tieres übertragen sich ohne eigenes Zutun permanent auf den Reiter und wirken automatisch auf die Muskeln ein.
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